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Auf dem "Luchsfuß" des Nordatlantiks - Mittsommernacht in Norwegen
15.11.2013 13:57

Gut 300 Kilometer hinter dem Polarkreis betrete ich das wahrscheinlich schönste Archipel des europäischen Kontinents: Die Lofoten. Der Name für die malerischen Eilande leitet sich aus dem Altnordischen ab und bedeutet "Luchsfuß". Ich folge der Beschilderung der Europastraße 10 und finde mich in einer urwüchsigen und beinahe mystischen Landschaft wider. Die nur bis zu 600 Meter hohen Berge wirken hochalpin und zeigen sich dem Betrachter schroff und abweisend. Seit Tagen hält eine dichte Wolkendecken meine Reiseroute gefangen. Mit der Überquerung des Polarkreises hoffe ich auf ein Aufblitzen der Mitternachtssonne, leider vergebens. Doch mit dem 21. Juni reißt der Himmel über den Lofoten auf und verspricht ein fulminantes Naturschauspiel.

Überall in den kleinen Fischerdörfern spüre ich die Vorfreude auf das anstehende Fest der "Midnattsol". Der längste Tag des Jahres verursacht ein reges Treiben am Hafen von Svolvaer. Die Bootsbesitzer schmücken ihr Eigen mit Blumen und polieren alles auf Hochglanz. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es eigentlich schon später Abend ist. Keine Wolke zeigt sich und langsam nehmen die Sonnenstrahlen eine weißlich Färbung an. Mein unter gebuchter Campingplatz (weitere Infos unter http://norwegen-camping.com/)  liegt direkt am Wasser des Nordmeers. Ich nehme in meinem Klappstuhl Platz und genieße, wie die Mittsommernacht sich anschickt, ein taghelles Gewand überzustreifen.

Unten im Dorf haben die Menschen ein großes Feuer entfacht. Ich spaziere hinunter und lasse mich von der Feierlaune der Nordnorweger anstecken. Nach langen, dunklen Wintern ist der Tag der Sommersonnwende der ersehnte Jahreshöhepunkt. Die Menschen tragen geflochtene Blumenkränze im Haar und blicken immer wieder gebannt hinauf ins noch immer gleißende Licht. Um Mitternacht steht die Sonne nur knapp über dem Horizont und man könnte meinen, sie versinke schlussendlich doch als glutroter Feuerball dahinter. Doch kurz bevor sie den Ozean berührt, steigt sie erneut in die Höhe und taucht die Natur in eine flirrende Helligkeit.


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